Presserat verlangt Informationszugangsrecht für Journalisten
Auch zum diesjährigen Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai 2012, der unter dem Motto „Schweigen ist der Tod der Demokratie. Eine freie Presse erhebt die Stimme“ steht, erneuert der Luxemburger Presserat sein Bekenntnis zu einer freien Presse als Eckpfeiler der Demokratie. Wo nämlich keine freie Meinungsäusserung via Presse möglich ist, kann es auch keine demokratische Auseinandersetzung geben.
Von dieser Erkenntnis ausgehend, verlangt der Presserat daher für die Medien in allen Ländern und Regionen, wo die Pressefreiheit entweder abgeschafft oder eingeschränkt ist und Journalisten verfolgt oder sogar inhaftiert werden, die Wiederherstellung demokratischer Zustände.
Wenngleich in Luxemburg, trotz eines zunehmenden wirtschaftlichen Druckes, die Pressefreiheit nicht direkt gefährdet ist, so wiederholt der Presserat doch mit Nachdruck seine langjährige Forderung nach Schaffung einer gesetzlichen Grundlage, die den Journalisten ein Informationszugangsrecht zu Unterlagen garantiert, die im Besitz öffentlicher Verwaltungen sind.
(Mitgeteilt vom Presserat am 30. April 2012)
Der Journalist steht vor neuen Herausforderungen


Am Dienstag, 31. Januar 2012, hatte der älteste Journalistenvernad Luxemburgs, die „Association luxembourgeoise des journalistes“ (ALJ) zur Jahreshauptversammlung in die Abtei Neumünster eingeladen. Präsident Roger Infalt konnte von einem sehr erfolgreichen Jahr berichten und wies zudem auf das facettenreiche Aktivitätsprogramm der Vereinigung hin.
Nach einer Ansprache des hauptstädtischen Bürgermeisters Xavier Bettel war es ALJ-Präsident Roger Infalt, der auf die neuen Aufgabengebiete einging, denen sich die Journalisten heute - vor allem in der Tagespresse - stellen müssen. Die Medienwelt habe sich in den letzten 12 Monaten weiterhin explosionsartig gewandelt. Es müsse heute alles schneller gehen, was natürlich die Gefahr birgt, dass eine Nachricht nur noch übernommen und weitergeleitet wird, anstatt dass sich der Journalist die notwendige Zeit nehmen kann, die Nachricht auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen und auf dem Thema zu recherchieren.
Mitglieder der ALJ nahmen im letzten Jahr an Workshops und Kongressen des europäischen und des internationalen Journalistenverbandes in Helsinki und Belgrad teil, wo es jedesmal um das bereits erwähnte Thema ging.
„Es ist aber absolut falsch zu glauben, man könne gegen den Strom schwimmen“, so Roger Infalt weiter, „doch jeder Journalist sollte sich heute mehr denn je im Klaren darüber sein, dass er für mehr als nur um die Weiterverbreitung einer Nachricht zuständig ist.“
Der Verband konnte im vergangenen Jahr 16 neue Mitglieder für sich gewinnen, was die Gesamtzahl nun auf 156 hochschraubt, so Sekretär Tom Wenandy. Man stelle aber fest, dass viele - hauptsächlich junge - Journalisten nicht genügend über den Sinn und Zweck der ALJ informiert sind. Deshalb habe man auch im Vorstand die Entscheidung getroffen, in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt die ALJ in die Vitrine zu stellen.
Programm 2012
Für das anstehende Jahr hat die ALJ eine ganze Reihe von Aktivitäten geplant, so z.B.:
- Teilnahme an den Treffen der europäischen und internationalen Verbände;
- Konferenz zum Thema „Public Relations versus Journalismus“ (mit Vertretern des europäischen und des deutschen Journalistenverbandes);
- die traditionelle „Gehaans“-Feier („Fête de la Saint Jean“) soll wieder ins Leben gerufen werden, dies in Zusammenarbeit mit dem OGBL und der FLTL (Fédération luxembourgeoise des travailleures du livre“);
- Besichtigung der neuen Ausstellung „World Press Photo“ in Clerf;
- Moralische und finanzielle Unterstützung der Journalistenkollegen in Tunesien und/oder in Ungarn;
- Beteiligung an einer Aktion der „Stemm vun der Strooss“, usw.
Natürlich wird sich die ALJ auch 2012 und darüber hinaus an der Arbeit im Luxemburger Presserat beteiligen, wo der Verband zur Zeit mit zehn Mitgliedern vertreten ist.
Anschließend standen einige Wahlgänge an. Die zwei freie Posten im Sozialfonds der ALJ werden von Patrick Welter (Journal) und Robert Schneider (Tageblatt) besetzt; die Kassenrevision übernehmen Armand Back und Chris Schleimer (beide Tageblatt); für den Presserat kandidierten Edmond Zigrand (i.R.); Patrick Welter und Ingo Zwank (Journal), Jean-Claude Ernst (freelance), Roger Infalt (Tageblatt), André Duebbers (Radio 100,7), Michelle Cloos (Tageblatt), Laurence Harf und Jacques Hillion (Le Jeudi) sowie Robert Schneider (Tageblatt). Als Ersatzkandidat fungiert Petz Lahure.
Nach Neuwahlen sieht der Vorstand nun wie folgt aus: Roger Infalt, Janina Strötgen, Tom Wenandy, Laurent Graaf, Edmond Zigrand, Jean-Claude Ernst, Annette Duschinger, Luc Laboulle, André Duebbers, Patrick Théry und Wiebke Trapp. Die Posten werden in einer ersten Vorstandssitzung besetzt.
Im Jahre 1925 wurde die Journalistenvereinigung ALJ („Association luxembourgeoise des journalistes“) gegründet. Ihr erster Präsident hieß Batty Weber, der diesen Posten bis 1927 bekleidete. Am 25. November erinnerte sich die ALJ bei einer kleinen Feier im Musée national d'histoire et d'art an diesen Mann, der an dem Tag 150 Jahre alt geworden wäre.

(Fotos: Tageblatt/Fabrizio Pizzolante)
L'Association luxembourgeoise des journalistes (ALJ) est une association professionnelle regroupant les journalistes au Grand-Duché de Luxembourg. Elle est reconnue sur le plan international. L'ALJ n'a pas le statut d'un syndicat, mais d'une association sans but lucratif. Pour garantir à ses membres les avantages que peut procurer un syndicat notamment sur le plan juridique et pour élargir ainsi les activités sur le plan syndical, l'ALJ a signé, en 1995, une convention avec le syndicat le plus ancien et politiquement neutre du Grand-Duché de Luxembourg, la Fédération luxembourgeoise des travailleurs du livre (FLTL).